01.06.2017 - Kremser Finanzbeirat zieht erfolgreiche Bilanz:

Stadt verringert Schuldenstand um 30 Prozent

Dr. Rene Alfons Haiden und Dr. Josef Taus beraten die Stadt Krems ehrenamtlich als Finanzbeirat bei ihrem schwierigen Budgetkonsolidierungskurs. Nach zwölf Jahren Arbeit haben sie ihr Projekt erfolgreich ins Ziel gebracht: Der Schuldenstand konnte um mehr als 30 Prozent abgebaut werden, gleichzeitig deckt die Stadt inzwischen alle Investitionen aus den laufenden Einnahmen.

„Unser erfolgreicher Konsolidierungkurs zeigt ganz klar, wie wichtig es ist, Ziele zu vereinbaren und konsequent an deren Erreichung zu arbeiten. Genauso notwendig ist es aber auch, immer wieder darauf zu schauen, dass man auf dem richtigen Weg ist, und erforderliche Kurskorrekturen vorzuehmen. In dieser Aufgabe hat uns der Finanzbeirat seit vielen Jahren mit großem Expertenwissen und viel persönlichem Einsatz begleitet und beraten", bedankt sich Bürgermeister Dr. Reinhard Resch bei Dr. Rene Alfons Haiden und Dr. Josef Taus für die langjährige ehrenamtliche Tätigkeit. Darüber hinaus bedankt sich Finanzstadtrat ErwinKrammer beim Gemeinderat der Stadt Krems und bei der Verwaltung, die diesen nicht immer einfachen Weg mitgetragen haben. Für ihn steh fest: „Ein ausgeglichener Haushalt mit sparsamem Umgang der Budgetmittel und notwendigen Investitionen muss auch das Ziel der nächsten Legislaturperiode im Gemeinderrat sein."

Das Ergebnis der bisherigen Arbeit kann sich sehen lassen: Der Schuldenstand wurde in den vergangenen zwölf Jahren von 114 auf 80 Mio. Euro um knapp 30 Prozent gesenkt und die Zinsausgaben sogar von 4,4 auf 0,9 Mio. Euro um über 80 Prozent. Obwohl die Transferausgaben für Gesundheit, Soziales und Bildung von 11,5 auf 19,8 Mio. Euro um 72 Prozent stiegen, konnte der Anstieg der Gesamtausgaben durch den strengen Sparkurs von 75 auf 90 Mio. Euro mit 20 Prozent moderat gehalten werden. Ähnlich moderat fällt mit 18 Prozent die Steigerung der Personalkosten aus. Mit einem Personalentwcklungsplan und Effiziensteigerungen gelang eine Reduktion des Mitarbeiterstandes von 420 auf 380 (Vollzeitäquivalente) um 10 Prozent zurückzuführen. Die kommunalen Investitionen der vergangenen zwölf Jahre summieren sich auf 119 Mio. Euro, was einem durchschnittlichen jährlichen Volumen von 10 Mio. Euro entspricht.

Wachstum auf vielen Ebenen

Trotz des strengen Sparkurses hat der Wirtschaftsstandort Krems weiter an Kraft gewonnen. Diese Entwicklung hebt Dr. Rene Alfons Haiden hervor: „Krems ist eine internationale Stadt geworden, finanziell konsolidiert, mit vielen guten Betrieben und einer beachtlichen Anzahl an Arbeitsplätzen. Krems hat auch eine wichtige Funktion für die gesamte Region als Arbeitgeber, Bildungsstandort und für Aufträge an die Klein- und Mittelbetriebe." Konkret zeigt sich das Wachstum unter anderem an der der Anzahl der Betriebsstandorte, die in den vergangenen fünf Jahren von 1790 auf 1920 um 10 Prozent anstiegen, und an der Kommunalsteuer, die ein direkter Gradmesser für die Zahl an Arbeitsplätzen und die Lohnhöhe ist und sogar um 21 Prozent (von 10,5 auf 12,7 Mio. Euro) wuchs. Bei den Einwohnern gibt es ein Wachstum von 3,3 Prozent, bei den Studierenden betrug die Steigerung 27 Prozent und bei den Nächtigungen im Tourismus 7 Prozent.

Jahresergebnis 2016 ist positiv

Diesem mittelfristigen Trend entspricht auch der Rechnungsabschluss für 2016, den der Gemeinderat in der Sitzung am 31. Mai genehmigte: Der Haushalt ist wieder ausgeglichen, darüber hinaus konnten alle Ausgaben und Investitionen über die laufenden Einnahmen beziehungsweise aus Überschussrücklagen finanziert werden. Damit wurde das Generalziel, maximal 1 Mio. Euro für neue Darlehen aufzunehmen, nicht nur erreicht, sondern sogar übertroffen.
Der Gesamtschuldenstand konnte innerhalb des Jahres 2016 um knapp 8 Mio. Euro reduziert werden, die Zinsausgaben sanken von 890.000 auf 790.000 Euro um rund 11 Prozent. Der Mitarbeiterstand ging - umgerechnet in Vollzeitäquivalente - um weitere zwei Personen zurück. Die Gesamtausgaben lagen bei 80,4 Mio. Euro, die Transferausgaben stiegen um 2 Prozent auf 16,5 Mio. Euro.

Controlling-System seit 2012 im Einsatz

Einen wirkungsvollen Beitrag zur Erreichung der jährlichen Budgetziele leistet überdies seit 2012 die konkrete Umsetzung eines Controlling-Systems. Dabei zeigen monatliche, genaue Querschnitts¬analysen Höhe und Ursachen von Zielabweichungen in den Jahresbudgets auf. Damit verbundenen sind auch bis zu 80 so genannte Estimate-Gespräche in den einzelnen Geschäftsfeldern und Sparten des Rathauses, die im Laufe der unterjährigen Budgetabwicklung durchgeführt werden. In dieser laufenden Einbindung, Beratung und Informationsversorgung der Mitarbeiter sieht Stadtrat Dr. Wolfgang Chaloupek „den Grundstein für eine permanente Verbesserung der Wirtschaftlichkeit, für Neuerungen und Erfolgspotenziale in der Stadt." Controlling habe somit auch eine wichtige Innovationsfunktion, sorge für laufende Anpassung und Erneuerung und leiste einen wesentlichen Beitrag zur existenziellen Absicherung der finanziellen Basis der Stadt.

Kremser Finanzbeirat zieht erfolgreiche Bilanz: