18.02.2016 - Tourismus mit Blickrichtung 2030

Startschuss für touristisches Entwicklungskonzept als breites Beteiligungsprojekt. Welche Bedürfnisse und Ansprüche hat der Urlaubsgast von morgen, und was können die Stadt und die Region den Gästen bieten? Vertreter verschiedenster Einrichtungen und Tourismusverbände befassen sich gemeinsam mit der „Tourismusstrategie 2030".

Ein langfristig geplantes LEADER-Projekt soll frischen Wind bringen und gemeinsame Ideen aufwirbeln. Im Rahmen von „Krems 2030" wird deshalb in Zusammenarbeit mit der ÖAR Regionalberatung GmbH an einem neuen touristischen Entwicklungskonzept gearbeitet. Das Besondere daran ist die große Bandbreite der vertretenen Branchen. Bei einem ersten Treffen kamen rund 50 Vertreter aus Politik, Verwaltung, Tourismus, Gastronomie, Kultur und Bildung zu einem ersten Gedankenaustausch zusammen. „Die vielfältige Zusammensetzung der Teilnehmer und bunt zusammengewürfelte Arbeitsgruppen haben ganz neue Ansätze gebracht", erklärt Gabriela Hüther vom Kremstourismus. In der zweiten Runde ging es um Zielformulierungen und die Sammlung von Ideen.

Das vorläufige Resümee: „Bisherige Schwerpunkte stärken, wie den Geschäfts- und Bildungstourismus, den Ausflugstourismus forcieren und neue Themenveranstaltungen kreieren", zählt Hüther auf. „Um die Nächtigungszahlen zu steigern, spielt natürlich die Qualität des Gebotenen eine wesentliche Rolle", so die Kremstourismus-Geschäftsführerin. Entscheidend ist, dass alle Beteiligten diese Zielvorgaben mittragen. Das Projekt wird vom Land NÖ von der EU unterstützt.

„Das Projekt bietet uns die einmalige Chance, eine langfristige Tourismusstrategie zu entwickeln, für die Stadt und die Region", kündigt Bürgermeister Dr. Reinhard Resch an. „An diesem Prozess sind nicht nur alle maßgeblichen Betriebe aus der Branche vertreten, sondern auch die Tourismusverbände, sodass wir mit einer Vielfalt an interessanten Ansätzen rechnen dürfen", so Resch.  

Tourismusbilanz 2015 mit leichtem Rückgang

Nach acht Jahren ungebremster Steigerung von 168.700 Nächtigungen (2007) auf über 287.700 (plus 64 Prozent) verbucht der Kremser Tourismus im Jahr 2015 einen leichten Rückgang (minus 3,8 Prozent) gegenüber dem Vorjahr. Die Gründe für diese Entwicklung erklärt Vizebürgermeister Mag. Wolfgang Derler: „Im Jahr 2008 eröffnete das Vierstern-Hotel Arte und 2012 die für den Gesundheitstourismus relevante Klinik Hollenburg. Anders als 2014 gab es vergangenes Jahr keine Großveranstaltungen." Genau in diesem Bereich sieht er jedoch großes Potenzial: „Der Weltkongress der Musiktherapeuten 2014 war natürlich eine Vorgabe. Aber genau in diesem Segment sollten wir uns in Zukunft auf mittlere Kapazitäten konzentrieren und darin Spezialist werden." Ein Nachteil für Krems dürfte auch die große Hitze gewesen sein, gab es doch vor allem in den außergewöhnlich heißen Sommermonaten Einbußen in Krems, während die Wachau sich vor allem mit dem Radtourismus leicht steigern konnte (plus 0,8 Prozent).

Treue Gäste aus den Nachbarländern

Ungebrochen ist in Krems die Beliebtheit bei deutschen Gästen, die den größten Anteil ausländischer Gäste ausmachen. Anders als landesweit (minus 2,8 Prozent) waren die Zahlen in Krems beinahe ident zum Vorjahr. Deutlich zugelegt haben auch die Urlauber aus der Schweiz und aus Liechtenstein (plus 2,6 Prozent). Ein Wachstum gab es auch bei den Gästen aus Italien, Tschechien und den USA. Innerhalb Österreichs legte Krems als Urlaubsziel bei Gästen aus Wien (plus 8,5 Prozent) und Tirol (plus 13,8 Prozent) zu. Sie besuchten vor allem in Busgruppen die traditionellen Feste wie das Marillenfest oder das Wachauer Volksfest.

Platz 3 im NÖ Ranking

Wie in den Jahren zuvor liegt Krems mit einer durchschnittlichen Aufenthaltsdauer von rund 2,3 Tagen und mit insgesamt 276.663 Übernachtungen nach Baden und Schwechat auf dem dritten Platz im NÖ Ranking. „Unser erklärtes Ziel sind 300.000 Übernachtungen pro Jahr bis 2020", kündigt Derler an. „Der Ausbau des Kulturangebots wie das künftige NÖ Kunstmuseum wird die positive Entwicklung vorantreiben", so Derler.

Tourismus mit Blickrichtung 2030

Foto: Vertreter aus Politik, Verwaltung, Tourismus, Gastronomie, Kultur und Bildung arbeiten an der Tourismusstrategie Krems 2030 mit: Mag. (FH) Barbara Pia Hartl (ÖAR Regionalberatung), Mag. Birgit Brandner Wallner (Donau Schiffsstationen), Erni Breith (Kaufmannschaft Krems), Bürgermeister Dr. Reinhard Resch, Michael Frödrich (arte Hotel), Harry Schindlegger, Mag. (FH) Angelika Wurm (Donau NÖ), Vbgm. Mag. Wolfgang Derler, Gabriela Hüther (Krems Tourismus, von links)