29.10.2015 - Südtirolerplatz als „Bühne für das städtische Leben“

Wettbewerbssieger göbl architektur greift Idee einer historischen Piazza auf

Beim Gestaltungswettbewerb für den Südtirolerplatz hat sich ein Kremser Architekturbüro durchgesetzt: Unter sechs Einreichungen wurde das Projekt von göbl architektur ZT GmbH zum Sieger gewählt.

„Der neue Südtirolerplatz soll eine zeitgemäße Bühne für das städtische Leben bieten. Wir haben den Platz aus der Idee einer historischen Piazza entwickelt. Bürgern und Besuchern der Stadt bietet der freigespielte Raum die Möglichkeit, unterschiedliche Aktivitäten zu setzen", umreißt Mag. Lukas Göbl das gestalterische Leitmotiv, vom dem er und sein Team die siebenköpfige Jury unter dem Vorsitz von Architektin DI Anne Mautner Markhof überzeugen konnten.

Entrée zur Kremser Altstadt als Potenzial

Durch das geplante Tiefgaragenprojekt unter dem Südtirolerplatz eröffnete sich die Möglichkeit, den Platz darüber neu zu gestalten und neu zu ordnen. Inhaltliche und funktionelle Anforderungen an die Wettbewerbsteilnehmer waren die „gestalterische Qualität", „Funktionalität", „städtebauliche Einbindung" und „Wirtschaftlichkeit in der Errichtung und im Betrieb". Das Potenzial des Platzes als Entrée zur Kremser Altstadt sollte aufgegriffen und als logische Verlängerung der innerstädtischen Fußgängerzone weiterentwickelt werden. Ebenso sollte die Bedeutung des Platzes als höchst prominenter Schnittpunkt im Stadtgefüge zwischen Altstadt und Stadtpark deutlicher zur Geltung kommen. Für Fußgänger sollte Flanieren und Verweilen ungehindert möglich sein und der motorisierte Verkehr flächensparend geführt werden. Auf alte und neue Blickbeziehungen und Sichtachsen sollte ebenso Wert gelegt werden wie auf einen sensiblen Umgang mit dem städtebaulichen Kontext in seiner ganzen Komplexität.

 

Jury: „Großzügiger und klar strukturierter städtischer Gesamteindruck"

Die Jury sah diese Kriterien im Projekt von göbl architektur ZT GmbH am besten erfüllt. „Die als Leitidee vorangestellte Neuinterpretation einer historischen Piazza führt zu einem großzügigen und klar strukturierten städtischen Gesamteindruck", lautet die Beurteilung der Jurymitglieder, die auch alle weiterführenden Gestaltungselemente, wie das Wasserbecken und das Beleuchtungskonzept, gut abgestimmt sahen.

Der zentrale Bereich des Platzes wird im Siegerprojekt durch ein Rechteck definiert. „Diese Geste greift ordnend in die unübersichtlichen Verhält¬nisse des Ortes ein. Auf dieser neu geschaffenen Piazza kann sich das städtische Le¬ben entfalten", so Lukas Göbl. Begleitende infrastrukturelle Maßnahmen sollen eine multifunktionale Bespielung des Platzes und verschiedene Veranstaltungen - Stadtfeste, Märkte, Konzerte, Public Viewings etc. - möglich machen. Die durch den Tiefgaragen¬bau wegfallenden Bäume in der Utzstraße sollen in großformati¬gen Trögen ersetzt werden. Entlang der denkmalgeschützten Mau¬er und der Tiefgaragenabfahrt sind Sitzbänke geplant. Die Beleuchtung soll minimal ausfallen, um dem Platz am Abend und in der Nacht eine angenehme mystische Stim¬mung zu geben und mit dem Steinertor nicht in Konkurrenz zu treten.

Lebensqualität und architektonische Qualität

„Wir haben nach einer Lösung gesucht, die den hohen Anforderungen an unsere Stadt als UNESCO-Welterbe gerecht wird und den Bürgerinnen und Bürgern zusätzlich Lebensqualität bringt. Mit dieser Neuinterpretation des historischen Stadtplatzes ist beides gelungen. Der Südtirolerplatz wird einerseits architektonisch aufgewertet, andererseits entsteht hier ein Ort, der dazu einlädt, sich mit Freunden zu treffen, zu feiern oder einfach nur gemütlich zu flanieren ", sagt Bürgermeister Dr. Reinhard Resch. Vizebürgermeister Gottfried Haselmayer sieht es ähnlich: „Ein Stadtplatz hat vielen Ansprüchen zu genügen, vor allem aber soll er von der Bevölkerung angenommen werden. Deswegen war es uns wichtig, die Wünsche und Vorstellungen der Kremserinnen und Kremser kennenzulernen." Diese Wünsche und Vorstellungen finden sich in den eingereichten Projekten wieder. Dazu Baudirektor DI Reinhard Weitzer: „Es freut mich besonders, dass einige Ideen und Anregungen, die im Vorfeld des Wettbewerbes von Kremser Bürgerinnen und Bürgern eingegangen sind, im Siegerentwurf realisiert sind. Beispielsweise die Sitzgelegenheiten an der Brauhofmauer, ein Brunnen und die für alle nutzbare große Platzfläche."

Ausstellung im Rathaus Krems

Die Wettbewerbsarbeiten sind in einer Ausstellung von 30. Oktober bis 13. November im Rathaus Krems zu sehen (Montag bis Donnerstag von 8 bis 16 Uhr und Freitag von 8 bis 11 Uhr).

Südtirolerplatz als „Bühne für das städtische Leben“

Foto 1: Siegerprojekt Neugestaltung Südtirolerplatz, Schaubild und Grundriss © göbl architektur ZT GmbH