30.04.2015 - EVN plant Biomasse-Heizkraftwerk in Krems

Krems soll Standort eines neuen EVN-Projekts werden: Neben dem Grundstück des Gemeindeabwasserverbandes (GAV) möchte die EVN ein Biomasse-Heizkraftwerk - eine sogenannte „Kraft-Wärme-Kopplung" - errichten. Von dort aus sollen dann Haushalte und Betriebe in der Region mit nachhaltigem Strom und Naturwärme versorgt werden.

Die Stadt Krems unterstützt diese Pläne. In der gestrigen Sitzung hat sich der Gemeinderat dafür ausgesprochen, für das Projekt ein städtisches Grundstück anzubieten. Der Kaufvertrag soll aber erst dann abgeschlossen werden, wenn alle erforderlichen Bescheide vorliegen.

„Krems hat sich ein ehrgeiziges energiepolitisches Ziels gesetzt. Bis zum Jahr 2030 wollen wir unabhängig von fremden Energieproduzenten werden, also jene Energie in unserer Stadt selbst erzeugen, die wir täglich brauchen. Das geplante Biomasse-Heizkraftwerk wäre ein großer Meilenstein auf diesem Weg, weil es uns Strom und Wärme aus erneuerbaren Quellen zur Verfügung stellen kann", erläutert Bürgermeister Dr. Reinhard Resch die Hintergründe für die Zustimmung zum Projekt.

Das Grundstück liegt im östlichen Industriegebiet. Eine Lage, in der Wirtschaftsstadtrat Erwin Krammer gleich mehrere Vorteile vereint sieht: „Der Standort neben dem Gemeindeabwasserverband eignet sich nicht nur verkehrstechnisch sehr gut, sondern ergänzt in der Nähe zum Kraftwerk Theiß die bestehenden Ver- und Entsorgungseinrichtungen. Der ökologische Mehrwert durch die Umstellung von fossilen Energieträgern auf vorhandene Biomasse lässt Krems einen weiteren Schritt Richtung Energieautarkie machen."

Ähnlich argumentiert auch Gerhard Sacher, Geschäftsführer der EVN Wärme GmbH: „Der Platz neben dem Grundstück des Gemeindeabwasserverbandes ist ein ausgezeichneter Standort mit guter verkehrstechnischer Anbindung sowie der Nähe zum bereits gut ausgebauten Fernwärmenetz." Die Gründe für die Investition in Krems begründet er mit dem „starken Bedarf an Fernwärme, dem wir mit den vorhandenen Ressourcen nicht mehr nachkommen können. Mit unserem Heizkraftwerk können wir diese Wärme-Nachfrage künftig aus erneuerbaren Quellen decken und zusätzlich Ökostrom erzeugen". In Zahlen ausgedrückt: Die neue Anlage könnte umgerechnet rund 10.000 Haushalte mit Öko-Strom und 20.000 bis 25.000 Haushalte mit Naturwärme versorgen.

Die Zustimmung des Gemeinderates ist der erste Schritt in einer längeren Vorbereitungs- und Genehmigungsphase. Sobald alle gesetzlichen Auflagen geklärt und die dafür nötigen Genehmigungen vorhanden sind, könnte - abhängig von der Förderzusage - zwischen 2016 und 2018 mit dem Bau des Heizkraftwerkes begonnen werden.

Informationsveranstaltung am 23. Juni 2015

Im Rahmen einer Informationsveranstaltung am 23. Juni, 17 bis 20 Uhr, im Rathaus Krems können sich alle interessierten Kremserinnen und Kremser über das geplante Biomasse-Heizkraftwerk informieren. „Uns ist es wichtig, den Planungs- und Genehmigungsprozess für das Biomasse-Heizkraftwerk transparent zu machen. Deshalb setzen wir auf frühzeitige und umfassende Information", betont Sacher. Anhand von Plänen und Schautafeln werden die wichtigsten Informationen zum Projekt dargestellt. Zusätzlich stehen Experten der EVN den ganzen Abend lang für alle Fragen zum Projekt und die Themen Biomasse, Ökostrom und Naturwärme zur Verfügung.

Daten & Fakten: Biomasse-Heizkraftwerk („Kraft-Wärme-Kopplung" - KWK)

  • Leistung: 5 MW (elektrisch) und rd. 15 MW (thermisch)
  • Investitionsvolumen: rd. 27 Mio. Euro
  • Biomasse: Waldhackgut (Biomasse) aus dem Umkreis von 75 km, ausschließlich von österreichischen Partnern
  • CO2-Einsparung: rd. 25.000 t/Jahr

 

EVN plant Biomasse-Heizkraftwerk in Krems

Foto: © EVN