12.03.2015 - Neue Schiffsanlegestelle als Chance für Stein?

Auf großes Interesse stieß die Informationsveranstaltung über die neue Schiffsanlegestelle in Stein: Mehr als 100 Bürgerinnen und Bürger kamen gestern, 11. März, mit ihren Fragen, Anliegen, Anregungen und Sorgen ins Rathaus Stein.

Die Errichtung einer Schiffsanlegestelle in Stein sorgte unter den Anrainern für Unmut. Sie fühlten sich übergangen, weil sie im Vorfeld nicht informiert wurden. Der Grund: Das Schifffahrts-, Naturschutz- und Wasserrechtsgesetz sehen keine Parteienstellung von Anrainern vor. Gelegenheit zur Information und Diskussion gab es nun in einer Bürgerinformationsveranstaltung, zu der Bürgermeister Dr. Reinhard Resch geladen hatte. „Wir werden künftig die Information und Bürgerbeteiligung verbessern und zwar auch dann, wenn es keine gesetzliche Verpflichtung gibt. Das aktuelle Beispiel zeigt uns, dass das der bessere Weg ist. Und das ist auch meine politische Überzeugung.", sagte Resch in seinem Eingangsstatement und kündigte mehrere Interventionen an. So wird er dem zuständigen Bundesminister Alois Stöger bei der Regierungsklausur in Krems eine Petition übergeben, in der er mehr Rechte der Anrainer im Schifffahrtsgesetz fordert. Mag. Birgit Brandner-Wallner, Geschäftsführerin der DonauStationen, informierte über Details zum geplanten Betrieb der Anlegestelle, und Vizebürgermeister Mag. Wolfgang Derler sprach sich dafür aus, als Stadt aktiv zu sein und einen intensiven Kontakt zu den Kabinenschifffahrtsbetreibern zu pflegen, damit die Gäste den Aufenthalt für Besuche in Stein und Krems nutzen. Auf rechtliche Fragen gingen Magistratsdirektor Mag. Karl Hallbauer und Mag. Hannes Zimmermann ein.

Selbstverpflichtung der DonauStationen: Keine Schiffe in den Nachtstunden

In der Diskussion mit den Bürgerinnen und Bürgern ging es vor allem um das Thema Lebensqualität. So wurden Befürchtungen über Lärm und Abgase geäußert. Hier konnte Resch auf ein Abkommen mit dem Betreiber der Anlegestelle, den DonauStationen, hinweisen, die sich freiwillig dazu verpflichten, dass nachts keine Schiffe anlegen werden. Angesprochen wurden auch mögliche Gefahren für den Hochwasserschutz. Doch im Genehmigungsverfahren waren Sachverständige eingebunden, die nach heutigem Wissensstand keine Gefahr sehen. Es gab auch die Sorge, sich Schritt für Schritt dem Massentourismus zu öffnen. Gleichzeitig wurde die Schiffsanlegestelle auch als Chance gesehen, um Stein lebendiger und attraktiver zu gestalten. Einig war man sich darin, die Lebensqualität in Stein immer im Auge zu behalten.

Die Baumaßnahmen der Anlegestelle sind abgeschlossen. Sie wird als Ersatzanlegestelle dienen und ab Mitte Mai in Betrieb gehen.In den Nachtstunden zwischen 22 und 6 Uhr werden keine Schiffe anlegen.

Neue Schiffsanlegestelle als Chance für Stein?