15.07.2014 - Stadtentwicklung 2030: Wo will Krems hin?

Beteiligungsprozess ist in der Intensivphase angelangt

Seit dem Vorjahr wird in Krems unter Beteiligung vieler Akteure an der „Stadtentwicklung 2030" gearbeitet. In erster Linie geht es darum, die vielfältigen städtebaulichen Projekte und Planungen mit der Bildungs- und Kulturstadt in Einklang zu bringen und Perspektiven für die nächsten Jahre aufzuzeigen.

Krems ist Bildung- und Kulturstadt. Diese Positionierung, die der Gemeinderat 2006 einstimmig beschlossen hat, ist der „rote Faden", der in den eingesetzten Arbeitsgruppen gerade ausdifferenziert und mit verschiedenen weiteren Themen verknüpft wird. Dazu gehören beispielsweise die Sporteinrichtungen, die Klima-Energie-Modellregion oder der Hafen Krems. Dieser Positionierung soll möglichst viel dienen, unter anderem auch der geplante Museumsbau, der als „Galerie Niederösterreich" die umfangreichen Sammlungen des Landes dauerhaft präsentieren und die Kremser Kunstmeile weiter aufwerten wird. Bei der Beurteilung dieses Projekts leisten die Festlegungen im Zukunftspapier „Stadtentwicklung 2030" schon jetzt eine gute Hilfestellung. Der zweistufige Architekturwettbewerb ist bereits im Laufen, im nächsten Jahr soll der Startschuss für die Bauarbeiten fallen.

Leitlinien für eine geordnete Stadtentwicklung

„Wir wollen eine vorausschauende und geordnete Entwicklung, denn nur so können wir auch unsere Zukunft steuern", sagt Bürgermeister Dr. Reinhard Resch. Vizebürgermeister Gottfried Haselmayer ergänzt: „Überall, wo Menschen zusammenleben, entstehen aus unterschiedlichen Bedürfnissen vielfältige Ansprüche an die Stadt, und nicht selten ergeben sich daraus Spannungsfelder. Wir können zwar nicht jedes Detail im Vorfeld festlegen, aber wir brauchen Grundsätze und Leitlinien." Diese Grundsätze und Leitlinien werden unter Federführung der Baudirektion bis 2015 im größten Beteiligungsprozess der laufenden Gemeinderatsperiode erarbeitet. Von der Notwendigkeit einer Entwicklungsplanung ist auch Stadtrat Ing. Erwin Krammer überzeugt: „Ein Konzept mit den notwendigen Rahmenbedingungen unter Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger gewährleistet, dass die Stadt Krems auch in Zukunft für uns und unsere Kinder diese hohe Lebensqualität repräsentiert. Arbeiten wir gemeinsam an Zielen für diese wunderbare Stadt!"

Bürger, Experten und Politik sind in acht Arbeitsgruppen vertreten. Dort entstehen Teilstrategien für die Bereiche Siedlungsentwicklung und Infrastruktur, Bildung und Kultur, Wirtschaft und Arbeit, Umwelt und Energie, regionale und überregionale Kooperationen, Tourismus, Freizeit und Sport, Jugend, Gesundheit und Soziales. Alle Projekte und Programme sollen in Zukunft positive Wirkungen in zumindest einer der fünf Dimensionen ökonomische Prosperität, kulturelle Vielfalt, Umwelt- und Lebensqualität, soziale und räumliche Integration sowie Partizipation entfalten. Eine der nächsten Aufgaben ist die räumliche Schwerpunktsetzung, also beispielsweise die Festlegung, an welchen Standorten Kultur, Bildung, Sport etc. konzentriert werden können und sollen. Dazu Baudirektor DI Reinhard Weitzer: „Ich bin überzeugt davon, dass die Mitgestaltung und Mitbestimmung der Bürgerinnen und Bürger ein Schlüssel für langfristig erfolgreiche Stadtentwicklung in Krems ist."

Aus der „Stadtentwicklung 2030" soll im nächsten Schritt das örtliche Entwicklungskonzept mit einer standardisierten Grundlagenforschung und verbindlichen, langfristigen Zielen entwickelt werden. Dieses Entwicklungskonzept ist wiederum Grundlage für die Flächenwidmung der Stadt und die Teilbebauungspläne. Im Flächenwidmungsplan legt die Stadt grundsätzlich mögliche Nutzungen für das gesamte Stadtgebiet fest, also grob gesprochen Bauland, Grünland oder Verkehrsflächen. In Teilbauungsplänen wird die Art und Weise der möglichen Bebauung geregelt sowie die räumliche und gestalterische Ordnung des Baugebietes definiert.

Stadtentwicklung 2030: Wo will Krems hin?

Foto: Die Arbeiten für die „Stadtentwicklung 2030" sind in der Intensivphase angelangt. Bürger, Experten und Politik beteiligen sich an diesem Prozess.