26.04.2012 - Hochwasserschutz: Was passiert, wenn der Damm bricht?

Info-Abend über Gefahren und Risiken von Donau-Hochwässern.
Die Stadt Krems nimmt als einzige Stadt Österreichs am EU-Projekt „Danube Floodrisk" teil, das sich mit den Gefahren und Risiken von Donau-Hochwässern befasst. Umweltbundesamt und Experten der Hydroingenieure Krems informierten interessierte Bürger über die Auswirkungen eines 100-jährlichen Hochwassers in Krems.

Die Stadt Krems gilt als Vorreiter in Sachen Hochwasserschutz und kann auf reiche Erfahrung mit Hochwassserkatastrophen verweisen. Aus diesem Grund ist sie eine von sieben Pilotgemeinden der neun Donau-Anrainerstaaten, für die im Rahmen des internationalen Hochwasserschutzprojektes „Danube Floodrisk" so genannte Gefahren- und Risikokarten ausgearbeitet worden sind. Für Krems hat das Umweltbundesamt gemeinsam mit den Hydroingenieuren und Vertretern der Stadt verschiedene Szenarien erstellt. Besonders wichtig war von Anfang an die Beteiligung der Einsatzkräfte und Bewohner und die Einbindung der ansässigen Betriebe im Bereich des Donauhafens.

Umsetzung der EU-Hochwasserschutzrichtlinie

Für die Veranschaulichung wurde ein 100-jährliches Hochwasser, wie es auch im Jahr 2002 passiert ist, angenommen. Eine weitere Annahme war, dass ein losgerissener Schwimmponton auf der Donau ein Leck in die mobile Schutzwand reißt. Mit einer Abflussgeschwindigkeit von 11.200 Kubikmeter pro Sekunde bricht ein Teil dieser Flutwelle durch das Leck über Stein herein. In dieser Situation ergeben sich zwei unterschiedliche Szenarien. Im Falle, dass als zweite Verteidigungslinie auch der mobile Damm an der Ringstraße (Bereich Bahnunterführung) montiert ist, bleiben östlich dieses Schutzwalls sämtliche Stadtteile trocken, während Stein unter Wasser steht. Ein völlig anderes Bild zeigt sich, wenn man diese Verteidigungslinie wegdenkt: In diesem Fall wäre auch die Kremser Altstadt teilweise vom Hochwasser betroffen, die Flut würde bis in die Mitterau reichen. Für jedes Szenario zeigen

Risikokarten die Folgewirkungen auf Schutzgüter, also Menschen, Umwelt, Gebäude, Kulturgüter und Industrieanlagen, auf. Dieses Beispiel zeigt sehr anschaulich, wie wichtig der mobile Damm an der Ringstraße ist. Ein zweites Szenario befasste sich mit der Hochwassersituation im Donauhafen.

Ausgangspunkt dieses länderübergreifenden Projekts ist die EU-Hochwasserrichtlinie, die die Vermeidung bzw. Begrenzung von Hochwässern und deren Folgen zum Ziel hat. Das Projekt dient den 19 Partnern und fünf Beobachtern aus neun Donau-Anrainerstaaten als Instrument, die grenzüberschreitende Kommunikation zu verbessern und erste Erfahrungen für die Umsetzung der Richtlinie in großen Flüssen zu sammeln. In Österreich nehmen diese Arbeiten Umweltbundesamt und Via Donau im Auftrag des Verkehrsministeriums wahr.

 

www.umweltbundesamt.at/danubefloodrisk

 

Hochwasserschutz: Was passiert, wenn der Damm bricht?

Foto: EU-Projekt zu Auswirkungen von Donau-Hochwässern: Stadtrat Heinz Stummer, Dr. Yvonne Spira, Dr. Robert Konecny und Dr. Therese Stickler vom Umweltbundesamt, Bürgermeisterin Inge Rinke und Vizebürgermeister Mag. Wolfgang Derler.