27.05.2011 - Neues Stadtquartier am Franz-Zeller-Platz

„Welch eine Chance!“ Mit diesen Worten bringt die Jury ihre Bewertung des Siegerprojekts im „Städtebaulichen Ideenwettbewerb Franz-Zeller-Platz“ auf den Punkt. Architekt Boris Pordrecca und sein Team haben die überzeugendste Lösung für das zentrumsnahe Planungsgebiet vorgelegt und damit den Wettbewerb für sich entschieden.

„Das Areal Franz-Zeller-Platz zählt durch seine Größe und zentrale Lage zu einem der bedeutendsten Stadtentwicklungsgebieten von Krems. Deswegen war klar, dass wir nach den besten Lösungen suchen mussten. Der Wettbewerb hat uns dabei geholfen und wirklich großartige Ergebnisse gebracht“, sagte Bürgermeisterin Inge Rinke bei der Eröffnung der Ausstellung. Dem Gebiet um den Zellerplatz kommt durch seine Funktion als Bindeglied zwischen der Steiner Altstadt, der Kunstmeile, dem Schifffahrts- und Welterbezentrum und dem Erholungsraum an der Donau eine städtebaulich wichtige Rolle zu.

Um dieses Gebiet ideal zu nutzen, lobte die Stadt Krems einen Wettbewerb aus, zu dem vier Bewerbungen eingereicht wurden. Als Sieger ging das Projekt von Architekt Univ.-Prof. Mag. Boris Podrecca, Prof. DI Maria Auböck (Freiraumplanung) und Rosinak & Partner ZT GmbH (Raumplanung, Raumordnung und Verkehrsplanung) hervor. Sie schlagen eine Verlegung des Kreisverkehrs um 250 Meter nach Osten vor, um die Verbindung zwischen Stadt und Donau aufzuwerten. Ein durchgängiger Platzbereich soll die mit dem Schiff ankommenden Besucher auf selbstverständliche Weise zur Kunstmeile leiten. Die Bebauung sieht Wohnungen, ein Studentenheim, Büros und Handels- bzw. Gewerbeflächen vor. Ein Freiraum auf der derzeitigen Fläche des ÖAMTC-Geländes soll als Skulpturenpark genutzt werden. Konkret geht es um Flächen östlich und westlich des Franz-Zeller-Platzes im Ausmaß von 38.000 Quadratmetern. Derzeit befinden sich hier eine Tankstelle, die Zweigstelle des ÖAMTC, mehrere Betriebe und ein Einfamilienhaus.

„Wir haben mit allen Grundeigentümern im Vorfeld des Wettbewerbs Gespräche geführt und breite Zustimmung bekommen“, erklärt Baustadtrat Heinz Stummer. Die Realisierung selbst brauche noch viel Zeit, viele weitere Diskussionen und Entscheidungen. Univ.-Prof. Mag. DI Roland Gnaiger, Vorsitzender des Kremser Gestaltungsbeirats, spricht von einem „durchschlagenden Erfolg des Wettbewerbs“ und ist überzeugt, dass „der neue Stadtteil mit der bestehenden Qualität Schritt halten kann und sich geschickt mit dem Gefüge der Stadt verbindet“. Mag. Dietmar Steiner, Vorsitzender der Jury, spricht von einer „für alle verkehrstechnischen und funktionalen Probleme am Zellerpaltz geradezu sensationell klaren Lösung. Boris Podreccas überzeugender Vorschlag einer neuen Bebauung entwickelt vorbildlich respektvoll die alte Stadtstruktur von Krems und Stein weiter, und seine Realisierung wäre ein europaweit vorzeigbares Beispiel für ein einzigartig innovatives urbanistisches Konzept“.